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Kapitel B
Die UNDENHEIMER SCHÖMBS
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I. Nachfahren von Zacharias Schömbs (1645-1707)
 
 

Zacharias Schömbs (1645-1707)

1.

    Hermann Schömbs (1666-1718) 2.1
      Maria Eva Schömbs (1694) 2.1.1
      Anna Margarethe Schömbs (1695) 2.1.2
      Joh. Mathäus Schömbs (1697-1772) 2.1.3
      Anna Margarete Schömbs (1704-1774) 2.1.4
      Anna Dorothea Schömbs (1706-1707) 2.1.5
      Anna Sybilla Schömbs (1708-1712) 2.1.6
      Katharina Elisabeth Schömbs (1710) 2.1.7
      Johannes Schömbs jun. (1712-1780) 2.1.8
      Joh. Melchior Schömbs (1715-1716) 2.1.9
         
    Joh. Philipp Schömbs (1672-1736) 2.2
      Anna Barbara Schömbs (1710-1712) 2.2.1
      Anna Magdalena Schömbs (1712) 2.2.2
      Maria Barbara Schömbs (1714) 2.2.3
      Joh. Peter Schömbs (1715) 2.2.4
      Joh. Valentin Schömbs (1718) 2.2.5
      Joh. Jacob Schömbs (1720-1724) 2.2.6
      Maria Katharina Elisabeth Schömbs (1723) 2.2.7
      Andreas Schömbs (1725-1796) 2.2.8
      Joh. Jacob Schömbs (1727) 2.2.9
      Servatius Schömbs (1730) 2.2.10
      Maria Barbara Schömbs (1733) 2.2.11
      Anna Margaretha Schömbs (1734-1735) 2.2.12
         
    Joh. Heinrich Schömbs (1675-1743) 2.3
      Johann Schömbs senj. (1705-1766) 2.3.1
      Anna Katharina Schömbs (1706) 2.3.2
      Anna Maria Schömbs (1707) 2.3.3
      Joh. Peter Schömbs (1708-1717) 2.3.4
      Joh. Mathäus Schömbs (1711-1780) 2.3.5
      Joh. Heinrich Schömbs (1713-1785) 2.3.6
      Philipp Schömbs (1715-1717) 2.3.7
      Andreas Schömbs (1718-1719) 2.3.8
      Maria Katharina Schömbs (1720) 2.3.9
      Joh. Georg Schömbs (1723) 2.3.10
         
    Theodor Schömbs (1684-1733) 2.4
      Andreas Schömbs (1715-1767) 2.4.1
      Joh. Mathias Schömbs (1717-1717) 2.4.2
      Maria Elisabeth Schömbs (1719-1723) 2.4.3
      Magdalena Schömbs (1722) 2.4.4
      Maria Susanna Schömbs (1724) 2.4.5
      Anna Catharina Schömbs (1727) 2.4.6
      Joh. Adam Schömbs (1731) 2.4.7



Zacharias Schömbs ist der älteste nachweisbare männliche Vorfahre unserer Familie. Bis zu ihm kann die Vorfahrenslinie ohne Lücken zurückverfolgt werden.

In der ersten urkundlichen Erwähnung von Zacharias Schömbs aus dem Jahr 1691 [1] wird der Name noch mit "Schimpfs" beurkundet.
Diese Schreibweise des Familiennamens kann natürlich zufällig gewesen sein. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass es sich um die frühere Schreibform unseres Familiennamens handelt.  Dagegen spricht aber, dass in allen späteren Urkunden zwischen 1700 und 1710 der Name mit "Schömbs" bzw. in einem Falle "Schemes" in den Büchern eingetragen wurde. Es ist daher zu vermuten, dass Zacharias Schömbs eher mit dem Familiennamen "Schömbs" nach Undenheim kam.

Zacharias Schömbs wurde ebenso wie seine Söhne in einem Jahrhundert geboren, das von Kriegen geprägt war.
Die Hauptkampfplätze lagen dabei oft in der Pfalz und am Rhein. Durch Kriegshandlungen, Zerstörung, Plünderung, Hunger Seuchen und gewaltsamen Tod war das Überleben und Leben in diesen Zeiten sehr schwer. Allein im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde die Bevölkerung zum Teil über zwei Drittel dezimiert und viele Dörfer und Städte dem Erdboden gleichgemacht.

Wie sich aus der Altersangabe im Sterbeeintrag ergibt [2], wurde Zacharias Schömbs 1645, also noch zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges geboren.

calvary
Auch Stetten bei Kirchheimbolanden, das als früherer Aufenthaltsort der Familie möglicherweise in Frage kommen könnte (jedenfalls kam einer der in der Urkunde von 1691 genannten Pächter aus Stetten), lag in dieser Zeit zur Hälfte in Schott und Asche. Schon 1635 war der größte Teil des Dorfes und der Flure zerstört, geplündert und gebrandschatzt worden. [3] Kaum hatte sich in den Orten wieder etwas Leben erweckt, kam 1666 der Lothringische Krieg und in seinem Gefolge die Pest, wodurch nochmals bis zu 50 % der Bevölkerung hingerafft wurde.

Zwischen 1673 und 1713 war die Pfalz nochmals Schauplatz mehrerer Kriege des französischen Königs Ludwig XIV. (1672-1678 Französisch-holländischer Krieg, 1688-1697 Pfälzischer Erbfolgekrieg und 1701-1714 Spanischer Erbfolgekrieg).  Besonders schlimm wurde die Bevölkerung durch die sog. Pfalzverwüstung durch den französischen General Melac im Jahr 1689 getroffen.

Brot und Bier sowie später Kaffee waren die Hauptnahrungsmittel der einfachen Bevölkerung. Im krassen Gegensatz zum Elend der Bevölkerung stand der Prunk des Barock, mit dem sich zu dieser Zeit die Fürsten umgaben.

Marktplatz
Undenheim Marktplatz mit Katholischer Kirche
Zacharias Schömbs kam 1691 in das damals kurpfälzische Undenheim, um das dortige St.-Albans-Gut als Hofmann zu übernehmen. Die diesbezügliche Eintragung im Protokollbuch von St. Alban lautete:

"Herr Witberger Präbendamtmann..., dass Zacharias Schimpfs und Mathes Henn von Stetten Alzeyer Amts das Hofgut zu Undenheim ad interim bestehen und annehmen wollten, und seyen erbietig, davon zu entrichten erstlich dies Jahr für jeden besamten morgen gerst 1/2 Malter, sodan Habern 12 K. vom morgen; künftig 1692te Ernte aber für jeden morgen es sei Korn Gerst, Spelz oder Hafern 1/2 Mlr Korn zu entrichten. conclusum: Alderweiten man jetziger Zeit keine ander Hofleute haben kann, und dann viel besser sein wird, diese anzunehmen, als das Hofgut leer stehen zu lassen, so hätte Präbendamtmann denselben das Hofgut uff solche Weise zu übergeben."

Protokollbuch 1691 St. Alban
Auszug Protokollbuch St. Alban 1691
Pachtvergabe an Zacharias Schömbs)
Was Zacharias Schömbs dazu bewog, sich in Undenheim als St.-Albans Hofmann niederzulassen, ist nicht bekannt. Er war damals schon etwa 46 Jahre alt. Die Tatsache, dass er mitten in der schlimmsten Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges den Mut aufbrachte, das Undenheimer Gut zu übernehmen, ist beachtlich. Vielleicht war es an seinem vorherigen Aufenthaltsort noch schlimmer.
Undenheim selbst war damals von seinen Einwohnern verlassen, die Hausplätze verödet. [4] Der damalige Undenheimer Schultheiß Philipp Best war wie viele der Einwohner ins Rechtsrheinische geflohen. Nachdem seine zweite Frau auf der Flucht um 1690 gestorben war, heiratete er am 2.2.1691 in dritter Ehe in Trebur die Witwe des dortigen Schulmeisters. Der Pfarrer von Trebur vermerkte dazu: "Die Ursach...war diese, dass der Hochzeiter ein Flüchtling und etliche Tage zuvor von den Franzosen verjagt worden war; darum hat er ...sich in aller Eil lassen kopulieren, willens sich nach Mainz zu salvieren. [5]

Zacharias Schömbs hatte in Undenheim einen schweren Start, denn zu allem Übel der Kriegsereignisse kam in diesem Jahr noch ein besonders langer kalter Winter. Obst und Reben erfroren; noch im Mai gab es Reif in den Nächten. Auch der Sommer war rauh und regnerisch, so dass die ohnehin bescheidenen Ernteaussichten auf ein Minimum schrumpften. Die Menschen in dem verheerten Umland lebten infolge der Missernte oft nur von Ersatznahrung wie Wicken, Brennesselgemüße, Rüben, Kraut. Da der Roggenpreis stark angestiegen war (1691 ca. 3 fl. l0 alb.) fehlte auf der Speisekarte der armen Leute Brot ganz. [6]

Auch in folgenden Jahren, z.B. 1692, 1694, 1695 und 1697 kam es nochmals zu außerordentlich strengen Wintern. 1694 wurde die Ernte zudem auch noch von den Franzosen vernichtet. Für Zacharias Schömbs dürfte es unter diesen widrigen Bedingungen sehr schwierig gewesen sein, die von den Gutsherren festgesetzte Pacht in den ersten Jahren zu erwirtschaften.

Mutig war der Schritt von Zacharias Schömbs 1691 nach Undenheim zu gehen auch im Hinblick auf die damaligen religiösen Verhältnisse in Undenheim. Zacharias Schömbs war katholisch. Die überwiegende Mehrheit der Bewohner von Undenheim aber war evangelisch. Nur 36 der damals 317 Einwohner waren Katholiken. Die wenigen Katholiken dürften bei der damaligen Bedeutung der Religionszugehörigkeit im Ort einen schweren Stand gehabt haben, zumal es in dieser Zeit eine totale Begünstigung der Katholiken in der Pfalz gab, der Zacharias Schömbs möglicherweise sogar seine Berücksichtigung bei der Besetzung der Hofmannsstelle verdankte.

In den hundert Jahren zwischen 1550 und 1650 hatte es infolge der Reformation Luthers in der Pfalz alleine durch Herrscherwechsel acht Religionswechsel gegeben.
Zunächst hatte sich die Pfalz dem reformierten Glauben der Schweizer Zwingli und Calvin zugewandt, was sich aber in der Folge mit jedem Wechsel des Herrschers wieder änderte. Jeder dieser Religionswechsel hatte die Absetzung sämtlicher Pfarrer und Schulmeister zur Folge, welche durch Vertreter der jeweils anderen Richtung ersetzt wurden. Die Bevölkerung musste dabei jedesmal zwangsweise die Religion wechseln.

Kurz bevor Zacharias Schömbs nach Undenheim ging, ging die Kurwürde in der Kurpfalz an die katholische Linie Pfalz-Neuburg über. Die Gewichte verschoben sich wieder zugunsten der Katholiken. Die anderen Glaubensrichtungen (lutherische und reformierte) wurden zu dieser Zeit aber wenigstens "geduldet". Trotz ihrer deutlichen Minderheit in der Bevölkerung wurden die Katholiken aufgrund der geänderten politischen Verhältnisse bei der Besetzung öffentlicher Ämter deutlich bevorzugt, was vielerorts zu einem Zuzug katholischer Familien in evangelische Orte führte.

Möglicherweise waren diese günstigen Aussichten für die katholische Bevölkerung auch Anlass für unseren Vorfahren Zacharias Schömbs nach Undenheim zu wechseln und die Gelegenheit beim Schopfe zu packen.
Katholiken, die in der Zeit von Zacharis Schömbs nach Undenheim kamen, wurden Schultheiße, Schöffen, Gemeindehirten, kath. Lehrer, Gerichtsschreiber, Gerichtsdiener und auch Hofleute auf dem St. Albanshof, wie Zacharias Schömbs. Viele wurden auch Geschäftsleute, z.B. Gemeindebäcker, Gemeindeschmied usw..  Nur wenige blieben Bauern, wie fast alle Schömbse.

Es ist nicht bekannt, ob Zacharias Schömbs bereits vor der Übernahme des Hofgutes St. Alban über Beziehungen zu den Stiftsherren von St. Alban sowie zu den kurfürstlichen Herrschern in Heidelberg verfügte. Auf jeden Fall nahm die Familie Schömbs nach ihrer Niederlassung in Undenheim dort fast ein ganzes Jahrhundert lang eine dominierende Stellung ein, was ohne ein sehr gutes Verhältnis zu den Herrschaften nicht möglich gewesen sein kann.

Sie stellte in dieser Zeit nicht nur 4 Schultheiße, sondern darüber hinaus mit Zacharias Schömbs beginnend, auch die meisten Hofmänner des bedeutendsten und größten Hofguts im Ort, des St. Albanshofes.
Dieser Stiftshof, dessen Geschichte bis in das 12. Jahrhundert zurückreicht und dessen Geschichte bei Joh. Heinrich Schömbs beschrieben ist, hat sich bis heute erhalten. Er ist heute noch das größte Gehöft im Dorf und steht wie vor 300 Jahren zu Zeiten von Zacharias Schömbs an der gleichen Stelle in der Tränkgasse Nr. 4 in Undenheim.

Curshmann
Auszug aus Dieter Curschmann, St. Alban
Dr. Curschmann bezeichnet in seiner Veröffentlichung über St. Alban [7] die Zeit zwischen 1700 und 1800 sicher zu Recht als das Jahrhundert der katholischen Familie Schömbs, die gegen Ende des Jahrhunderts mit zu den vermögendsten im Orte gehörte. Für die lange Erhaltung dieses gehobenen Milieus sorgte auch eine geschickten "Einheiratungspolitik" der Schömbs. So gab es Verbindungen mit dem kurpfälzischen Zöller in Wörrstadt, mit einer Schultheißenfamilie in Dalheim und mit Hofmannsfamilien in Undenheim (Kämmerer), Sörgenloch und Hahnheim. 1744 kam es zu einer Doppelhochzeit am gleichen Tag zwischen zwei Geschwistern Schömbs und zwei Geschwistern aus der Hofmannsfamilie Dapper in Sörgenloch. Schließlich gab es in Undenheim auch noch drei Heiraten mit der Schöffenfamilie Lahr, bei der 1793 und 1798 jeweils Geschwisterenkel heirateten, also relativ nahe Verwandte 3. Grades waren.

Mit dem Ende der Kurpfalz 1803 endete auch die herausragende Stellung der Schömbs in Undenheim, denn diese Zeitwende brachte nicht nur das Ende des Schultheißenamtes, sondern auch das Ende der Bevorzugung der Katholiken mit sich. Nachdem der französische Staat das St.Albanshofgut an Privatbesitzer versteigert hatte, bedeutete dies auch das Ende für den letzten St. Albans-Hofmann.
Um 1900 ist für die Familie Schömbs zwar noch Besitz in Undenheim nachweisbar (Gebäude in der Schulstraße 6). Die Familie war aber zu dieser Zeit in Undenheim im Mannesstamm praktisch schon ausgestorben. Bei der großen Nachfahrenzahl in Undenheim ist das eigentlich verwunderlich. Es dürfte sich aber aus den jetzt doch deutlich verschlechterten Verhältnissen für die katholischen Familien in Undenheim erklären. Die Familie Schömbs die ja fast ein ganzes Jahrhundert eine dominierende Stellung im Ort einnahm, war von den Veränderungen vermutlich besonders stark betroffen. Als jahrzehntelange Vertreter der Interessen der kurpfälzischen Herrschaften in der Funktion des Schultheißenamtes im Ort dürften sich die Mitglieder der Familie Schömbs vermutlich im Ort auch nicht unbedingt beliebt gemacht haben. Dies könnte sich nach dem "Verlust der Privilegien" als nachteilig für die Familie erwiesen haben. Dies könnte einer der Gründe gewesen sein, dass die Familie nach und nach in andere Wohnorte abwanderte.

Ob Zacharias Schömbs selbst Geschwister hatte, ist nicht bekannt. Von seinen eigenen Kindern kennen wir vier, die mit ihm nach Undenheim kamen. Vermutlich waren es die einzigen. Diese sorgten durch zahlreichen eigenen Nachwuchs für viele Nachfahren in Undenheim. Von den Kindern von Zacharias Schömbs ist am wenigsten von Theodor Schömbs bekannt, der in Gabsheim wohnte, von dem aber sonst nichts weiter überliefert ist. Dagegen sorgten seine 3 anderen Geschwister und später deren Kinder fleißig für die Vergrößerung der Nachkommenschaft.

Sterbeeintrag Zacharias
Sterbeeintrag Zachararias Schömbs Kirchenbuch Undenheim (1707)
Hermann Schömbs, der schon 1707 wahrscheinlich als erster Schömbs Schultheiß von Undenheim geworden war, hatte 9 Kinder.

Joh. Philipp Schömbs, Nachfolger von Joh. Heinrich Schembs als St. Albans-Hofmann, hatte 11 Kinder.
Von ihm wissen wir, dass er durch Sturz vom Pferd ums Leben kam. Einer seiner Söhne, der sog. "Hof-Peter" wurde sein Nachfolger als St. Albans-Hofmann. Von ihm wird in der Veröffentlichung von Dr. Curschmann über St. Alban ausdrücklich erwähnt, dass es sich um einen besonders hervorragenden und emsigen Mann handelte.

Ein weiterer Sohn von ihm, der 1718 geborene Valentin Schömbs, wurde später Pfarrer in Friesenheim. Wegen der Stadtferne gab es für die Einwohner von Undenheim in den früheren Jahrhunderten kaum Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Valentin Schömbs war eine der wenigen Ausnahmen. Er profitierte dabei wohl von den guten Beziehungen, die sein Vater als Stiftshofmann zu den Stiftsherren in Mainz hatte. Diese ermöglichten ihm Schulbesuch und Studium.

Joh. Heinrich Schömbs, ebenfalls Schultheiß von Undenheim, hatte ebenfalls 11 Kinder.
Von ihm stammt z.B. die spätere Laubenheimer Linie (Schembs), ein Teil der Herrnsheimer Linie (Schembs) und die Oppenheimer Linie (Schömbs) ab.

Zum Abschluss noch einige zusätzliche Anmerkungen zur Zeit in der Zacharias Schömbs lebte.
Vom Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 und der Pfalzzerstörung 1689 war schon die Rede. Daß die schlimmste Seuche des Mittelalters, die Pest, noch allgegenwärtig war und viele dahinraffte, beweist die Tatsache, dass der Vorgänger von Zacharias Schömbs im Amt des St. Albans-Hofmanns, Jean Blinius, in dem besonders schlimmen Pestjahr 1666 an der Pest verstorben war. Ebenfalls Realität waren auch noch die Hexenprozesse des Mittelalters, die zwischen 1500 und 1700 ihren Höhepunkt in Deutschland hatten. Dem Hexenwahn fielen damals fast eine Million Menschen zum Opfer.

Zacharias Schömbs gehörte dem Bauernstand an.
Als Pächter des Hofgutes von St. Alban dürfte es ihm zwar besser gegangen sein, als der Masse der Bauern; dennoch dürfte auch er und erst recht seine Vorfahren unter der jahrhundertelangen geringgeschätzten Stellung der Bauern und der Abhängigkeit vom Landesherren (Leibeigenschaft) gelitten haben.
Für den Landesherrn waren nicht nur Kriegsdienste zu leisten, so dass die eigenen Felder, soweit überhaupt vorhanden, verkamen, sondern es wurden auch im Übermaß Arbeit, Last, Fron-, Zins- und sonstige Abgaben auf die Bauern abgewälzt. Die Arbeitspflichten für den Grundherrn erfolgten ohne jede Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse der Bauern. Sogar die Verheiratung war von der Erlaubnis des Grundherrn abhängig. Diese totalen Abhängigkeitsverhältnisse der Bauern verschwanden erst langsam nach der Französischen Revolution im Jahr 1789.

Die technische Entwicklung war damals kaum den Anfängen des Mittelalters entwachsen. Von der Entwicklung technischer Werkzeuge, Maschinen, Motoren usw. war man noch weit entfernt. Einziges Transportmittel war der Pferdewagen.

Aufzählung einiger berühmter Zeitgenossen von Zacharias Schömbs (1645-1707):

Rembrand (1606-1669)
Jan Vermeer (1632-1675)
Isaac Newton (1642-1727)
Ludwig der XIV (1643-1715)
G.Wilhelm von Leipniz (1646-1716)
Matthäus Merian (1647-1717)
Lieselotte von der Pfalz (1652-1727)









ANMERKUNGEN:

[1] siehe Anm.11

[2] Kath. Kirchenbuch Undenheim 1707 (siehe Abdruck auf Seite 11)

[3] Kath. Kirchenbuch Undenheim 1707 (siehe Anm. 12)

[4] Dieter Curschmann, Von der Frankenzeit bis zur Franzosenzeit, kleine Geschichte Undenheims

[5] Auskunft Dieter Curschmann vom 20.04.1985

[6] W. Rödel, Mainz und seine Bevölkerung im 17. und 18. Jahrhundert, Seite 235 ff

[7] Dieter Curschmann, St. Alban, Alzeyer Geschichtsblätter, Heft 10, 1974









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