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Einleitung

4. Familienwappen

familienwappen undenheim
Schömbs aus Undenheim, Krs. Mainz
Ältester bekannter Vorfahre im Mannesstamm:
Johann Schömbs, Landwirt,
(*10.9.1771 Undenheim. +ebenda 13.9.1841)
Geteilt, oben in Blau zwei silberne Lilien, Unten rot-silbern geschachtet.

Auf dem rot-silbern-blau-silbern bewulsteter Helm mit rechts rot-silbernen und links blau-silbernen Decken ein sitzender rotbewehrter silberner Schwan.

Neu abgenommen am 3.September 1979 von Carl Franz Schömbs, Handelsvertreter, Mannheim.
7.6.1910, für sich und seine Nachkommen im Mannesstamme sowie zugunsten der übrigen Nachfahren im Mannesstamm seines obengenannten Urgroßvaters Johann Schömbs.

Entwurf: Dr. Ottfried Neudecker, Wiesbaden Eingereicht von PRO HERALDICA, Stuttgart. Eingetragen unter Nr. 79296 [1]

Das auf der Vorseite abgebildete Wappen der Familie geht auf eine Initiative des Weingutsbesitzers Johann Schömbs I. aus Oppenheim zurück. Dieser ließ sich 1949 vermutlich zwecks werbewirksamerer Gestaltung seiner Weinetiketten das nachstehend abgedruckte Familienwappen anfertigen:

wappen oppenheim
Wappen Joh. Schömbs I., Oppenheim
Nach Angabe der Tochter von Johann Schömbs I. ist es im "Archiv für Wappenkunde" in Karlsruhe unter Johann Schömbs I 1949, pap. 413, registriert. [2]
Eine derartige Institution in Karlsruhe ließ sich allerdings nicht feststellen.
Das Zustandekommen des Wappens, welches zudem noch mit der vermutlichen Phantasiejahreszahl 1477 versehen wurde, ist daher unklar. Ob es damals frei gestaltet wurde oder eine historische Vorlage, eventuell sogar mit Bezug zur Familie Schömbs hatte, ist nicht bekannt.
Möglicherweise handelte es sich bei der angeblichen Registrierung in Karlsruhe um einen Irrtum, denn auf einem identischen Exemplar des Familienwappens, welches in Dexheim bei Maria Michel geborene Schömbs (Dexheimer Linie) gefunden wurde, ist auf der Rückseite als Herkunft handschriftlich "Archiv Magdeburg" vermerkt.
Das Wappen kam auf Umwegen (Frau Ruf, Oppenheim, deren Mutter eine geborene Schömbs war) von Philipp Schömbs, Oppenheim, nach Dexheim.

Auf der Rückseite des Familienwappens ist auch eine maschinenschriftliche Beschreibung vermerkt.
Diese lautet: im Schild:
oben in blau zwei silberne Bourbounslinien - französische Auszeichnung -
auf gekröntem Helm ein silberner Schwan - Reinheit der Gesinnung -
unten geschachbrettet,
vorn rot und silberner Zier - Vorliebe für Sport und Spiel -


Die exakt gleiche Beschreibung des Wappeninhaltes ging auch aus einem Schriftverkehr zwischen Johann Schömbs I (Oppenheimer Linie). und Bertha Brömme geborene Schömbs (Offenbacher Zweig der Familie hervor). Er hatte Bertha Brömme zufällig bei einer Kur kennen gelernt.
Das gleiche Wappen war damals also auch im Besitz der Offenbacher Linie, vermutlich war es irgendwann von Oppenheim nach Offenbach gewandert, denn der Ursprung ist wohl eher in Oppenheim zu suchen.
Frau Brömme merkte damals dazu u.a. an, dass ihr Vater Hermann Schömbs, geb. 1858, eine große Liebe für den Fechtsport hatte und sich in dieser Sportart viele Preise und Auszeichnungen verdiente. Er sei einer der besten Fechter im damaligen Rhein-Main-Gau gewesen. Diese Eigenschaften brachte sie mit der Bedeutung des Wappens in Verbindung.

oppenheimer wein label
Weinetikett des Weinguts Joh. Schömbs I.
mit aufgedrucktem "Familienwappen"
Dies könnte tatsächlich ein Hinweis auf den Hintergrund des Wappens sein, denn es spricht einiges dafür, dass der Gestalter des Wappens bewusst die mittelalterliche Bedeutung des Familiennamens (siehe Einleitung, Ziffer 2.2) verarbeitet hat.
Ob diese ursprüngliche Bedeutung des Namens "Spiel, Spaß ..." freilich 1949 erstmals gestalterisch umgesetzt wurde oder ob unter Umständen schon zuvor ein altes historisches Familienwappen mit entsprechender Bedeutung existierte, welches übernommen wurde, ist unbekannt.
Nach den Ergebnissen der Nachforschungen erscheint es aber wenig wahrscheinlich, dass ein "uraltes" Familienwappen" existierte.

Dennoch wurde dieses Wappen in leicht veränderter Form spätestens 1979, also 30 Jahre später ein offiziell anerkanntes Familienwappen der Familie Schömbs. Es wird heute von verschiedenen Zweigen der Familie (Carl Franz Schömbs, Mannheim-Neckarstadt und Hanns Schoembs, Neu Isenburg-Gravenbruch) als Familienwappen benutzt.

schoembs 1477
 
schoembs 1760
 
Die offizielle Anerkennung des Wappens als Familienwappen der Familie Schömbs geht auf Carl Franz Schömbs, geb. 07.06.1910, aus Mannheim-Neckarstadt zurück, dessen Vorfahren aus Nackenheim bzw. Undenheim stammen. Dieser ließ aus Anlass seines siebzigsten Geburtstages das von der Familie Johann Schömbs I., Oppenheim, verwendete Wappen von der Deutschen Forschungsgesellschaft für Familienwappen und -chroniken "Pro Heraldika" Stuttgart, nach traditionellen heraldischen und wissenschaftlichen Regeln auf seine heraldische Berechtigung prüfen, überarbeiten und sodann in die Allgemeine Deutsche Wappenrolle Berlin unter der Nr. 79296 eintragen. Der genaue Text der Eintragung ist eingangs abgedruckt. [3]

Die gezeigten 2 Lilien und der sitzende Schwan auf dem Wappen sind offenbar lediglich Verzierung, während das Schachbrettmuster wohl für "Spiel, Unterhaltung" steht.
Die Änderungen des Wappens durch "Pro Heraldika" beziehen sich lediglich auf den abgebildeten Helm, dessen erste Form (offener Helm) nach den heraldischen Regeln nur adligen Familien vorbehalten ist und deshalb geändert wurde.

Inzwischen sind neben der vorgenannten, 1979 durch Pro Heraldika anerkannten Version, zwei weitere Versionen des Familienwappens aufgetaucht.

Bei der einen handelt es sich um die Version, die dem 1949 anerkannten und vom Weingut Johann Schömbs I. Oppenheim verwendeten und mit der Jahreszahl 1477 versehenen Wappen entspricht. Es soll in einem Kunstspeicher in Berlin entdeckt worden sein. Es gibt aber auch einen Hinweis auf ein Archiv bzw. Wappenverlag in Magdeburg.

Bei der zweiten Version scheint es sich eher um eine ältere oder auf alt gemalte Vorlage zu handeln.
Auf der Zeichnung, die von Willy Schömbs, Wiesbaden, stammt (möglicherweise von einer alten Vorlage abgezeichnet) ist die Jahreszahl 1760 und der Name Schömbs vermerkt.
Leider ist es bisher nicht gelungen, die näheren Hintergründe dieser Wappen und der angegebenen Jahreszahlen in Erfahrung zu bringen.









ANMERKUNGEN:

[1] Allgemeine Deutsche Wappenrolle Berlin, Nr. 79296

[2] Auskunft Hanns Schoembs, Neu-Isenburg, vom 07.06.87

[3] Veröffentlicht im "Wappen-Herold" der Deutschen Heraldischen Gesellschaft, Berlin, Band 2, 1980, Seite 451, Verlag für Deutsche Familienwappen und Chroniken, Stuttgart.













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